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#6 Kein Opfer von Gruppenzwang oder zu einem Mitläufer werden. Eine Reihe zum Thema Werte & Normen

 

Resilienz gegenüber Aufweichung von Werten und Normen im Alltag. 

  • Werte und Verhaltensnormen werden täglich auf den Prüfstand gestellt.
  • Beispielsituation: Lästerdynamik in einer Gruppe.
  • Erster Schritt Werte & Normen zu vernachlässigen / aufzuweichen ist solches Verhalten zu tolerieren / kommentarlos hinzunehmen.
  • Jede kleine Situation ist eine Möglichkeit zu trainieren und Werte & Normen zu festigen.
  • Rechtfertigung solcher Verhaltensweisen wie bspw. nicht handeln passiert unbewusst (aus versch. Motiven, u.a. Selbsterhaltungstrieb, Angst, Reduktion von schlechten Gefühlen).
  • Bewusstes Reflektieren und Abgleichen der Verhaltensweisen mit Werten & Normen, ebenso wie Austauschen und Diskutieren mit vertrauten Personen, hilft diese unbewussten Muster zu identifizieren & zu modifizieren. So muss man kein Opfer von Gruppenzwang werden.

 

Die Shownotes zu dieser Episode findest du hier:

 

Transkript der Folge #6 Kein Opfer von Gruppenzwang oder zu einem Mitläufer werden! Eine Reihe zum Thema Werte & Normen.

 

A: Moin, ihr seid hier wieder bei den Mindpreneuren und wir machen diese Folge auch wieder relativ spontan, weil wir gerade in einer Diskussion waren zu einem Thema, was unglaublich viel Mehrwert hat glaube ich auch für diesen Podcast und darum nehmen wir das jetzt einfach auf. Wir haben einfach den Aufnahme-Button gedrückt und ich glaube für dich kannst du da eine Menge rausziehen. Und zwar haben wir gerade, Frederick und ich haben gerade darüber geredet, und zwar wie es ist, wenn man in einer Gruppedynamik es für sich selber als wichtig erachtet, dass man, zum Beispiel wenn angefangen wird zu lästern, nicht ein Teil davon wird, und dass man im Grunde genommen so starke eigene Werte und Normen hat, dass man sagt – alles klar, ich partizipiere hier nicht, indem ich einfach mitlaufe, sozusagen ein verbaler Mitläufer werde und anfange über Leute zu lästern, die ich nicht kenne oder über eine Situation mich negativ auszuheulen, mit der ich eigentlich im Grunde genommen nicht so viel zu tun habe. Und wir waren jetzt so ein bisschen auf der Suche nach einem richtigen Begriff, der das irgendwo zusammenfasst, wenn man das irgendwie so für sich selber schafft in so einer Situation. Wir sind auf das Wort Resilienz gekommen, und das ist eigentlich das, worüber wie gerade diskutiert haben.

F: Genau.

A: Und da wollen wir euch oder wollen wir dich teilhaben lassen.

F: Genau, also du hast es angesprochen. Die Situation, wenn du in irgendeiner Art und Weise, ja, Teil einer Gruppe bist, ob es jetzt auf der Arbeit ist, du hast das Beispiel gegeben, Arbeit im Café, und da sind dann vielleicht Mitarbeiter und die fangen an über wen anderes zu lästern beispielsweise, und wie du es dann schaffen kannst aufgrund irgendwelcher Verhaltensweisen da nicht Teil von zu werden. Und mir ist direkt der Begriff Resilienz eingefallen, ich weiß nicht genau, ob das das richtige ist. Vielleicht weißt du ja auch, lieber Zuhörer, ob es da einen besseren Begriff für gibt, wenn du die Folge gehört hast. Da würden wir uns freuen, wenn du uns da Feedback zu gibst. Also Resilienz ist laut Wikipedia-Definition erstmal die Fähigkeit Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklung zu nutzen. Das Gegenteil von Resilienz ist die Verwundbarkeit, Vulnerabilität. Ich denke, dass, gerade wenn wir davon ausgehen, vom Gegenteil, die Vulnerabilität, also die Verwundbarkeit, die Angreifbarkeit, dann ist es in irgendeiner Art und Weise so, dass du dich sehr schnell dazu hinreißen lassen kannst, da mit einzusteigen. Ich lese momentan ein Buch, das heißt Mistakes Were Made (But Not by Me), packen wir in die Shownotes, sehr interessantes Buch. Und da geht es auch unter anderem um solche Themen, um die kognitive Dissonanz-Theorie, warum wir bestimmte Verhaltensweisen, Denkmuster und auch Entscheidungen, die schadhaft sind und teilweise auch verletzend sind, warum wir die rechtfertigen und wie das passiert. Und in dem Buch vertreten die Autoren die Meinung, dass die Rechtfertigungsschritte sehr klein anfangen und an sich in dem Punkt anfangen, dass du gerade mit solchen Dingen auch einfach, wenn du Teil dieser Gruppe bist, Teil dieses sozialen Konstrukts bist, dass du dem ganzen einfach kein Widerwort leistest, dass du das einfach absegnest sozusagen durch dein Nichtstun. Das finde ich einen sehr interessanten Punkt, denn das beschreibt eigentlich auch genau das, was meine Erfahrung ist. Ich habe in der Vergangenheit in Team-Situationen beispielsweise, dass da beispielsweise jemand ist, der über jemand anderen schlecht redet oder vielleicht auch ein wenig flapsig redet, vielleicht denkt, der müsste witzig sein und Scherze machen, aber auf jeden Fall in irgendeiner Art und Weise scherzhaft denjenigen diffamiert, also niedermacht, ja, also über ihn lästert. Und angenommen du nimmst das dann hin und sagst dazu auch gar nichts, auch wenn du nicht dazu aufgefordert wirst, aber du nimmst es einfach hin, das bestärkt denjenigen ja vielleicht auch dadurch das weiterhin zu machen und auch überhaupt gar nicht darüber nachzudenken, ob das ganze sinnvoll ist, ob das ganze vielleicht nicht unfair ist. Ich habe für mich

festgestellt, ich, genauso wie du das auch gerade gesagt hast, als wir darüber gesprochen haben, dass ich für mich A nicht mehr Teil davon sein will und B auch aktiver da eingreifen möchte. Weil für mich ist eigentlich schon immer früher und ich weiß, in meiner Vergangenheit habe ich mich oftmals dazu mitreißen lassen, dass ich genau diesen Wert vernachlässigt habe und jetzt weiß ich auch, warum das so ist, dass die Gerechtigkeit ein wichtiger Wert ist und das ist einfach so hoch für mich, dass ich...ich meine, ich bin in einem heilmittelerbringenden Beruf, ich bin Physiotherapeut, das heißt, ich möchte jemanden wieder zu mehr qualitativ besserer Beweglichkeit und Alltag verhelfen. Und wenn ich dann diese Gerechtigkeit nicht selber lebe und sie auch aktiv verteidige, dann sorge ich dafür, dass eine Ungerechtigkeit in der Welt passiert. Und genau das passiert, wenn du auch diese Verhaltensweisen tolerierst, also ich sage jetzt gar nicht, dass man jedes Mal jemanden zurechtweisen muss, aber wenn man schon das Gefühl hat, dass da etwas Unfaires passiert, dass da auch eine Dynamik vielleicht entsteht in einer Situation, dass jemand, der nicht dabei ist, sehr, sehr, sehr, sehr schlechtes Ansehen bekommt, dann auch zu sagen – ok, ich greife da mal wirklich aktiv ein und interveniere und sage dazu, dass das unfair ist und dass es beispielsweise doch wesentlich ehrlicher wäre einem selbst gegenüber und der anderen Person, dass man es wirklich ins Gesicht sagt.

A: Alles klar. Also ich fasse das mal eben kurz zusammen. Superinteressant, was du da sagst. Und zwar sagst du, dass wenn man eine starke Resilienz hat, dass es dann auch zur Folge hat, dass man einschreiten kann und für mehr Gerechtigkeit steht. Das heißt, du connectest hier gerade mehrere Begriffe im Bereich der Werte und Normen und das wird definitiv auch nochmal stärker herauskommen in allen weiteren Folgen, die wir machen, dass irgendwo alle Werte und Normen und alle Begriffe, die einem oder die uns da wichtig sind, zusammenhängen, und dass das aufeinander aufbaut und das ist unglaublich interessant. Und was ich jetzt auch rausgehört habe in deinen Beschreibungen ist, dass es einmal natürlich, wenn du einschreitest, glaube ich, hat eine extrinsische Motivation, also einmal, dass du jemanden in die Schranken weisen willst und jemandem aufzeigen willst – hey, hier bin ich nicht konform mit, denk da nochmal drüber nach.

F: Ja.

A: Aber es kann genauso gut eine intrinsische Motivation haben, das ist dann wieder das, was in dir drin passiert, das ist das, was auch mich neben der Gerechtigkeit unglaublich interessiert, und zwar, weil du trainierst dich ja jedes Mal selber in solchen Situationen einzuschreiten. Und wenn du das in einem kleinen Umfeld trainierst, sagen wir mal du arbeitest in einem Team, du bist in der Schule oder auf der Arbeit und du weist da jemanden in die Schranken, trainierst du das jedes Mal, wenn du das machst auch bei einer Kleinigkeit, das auch in einer größeren Situation zu machen. Und da möchte ich nämlich jetzt auf eine Situation zu sprechen kommen, zum Beispiel, wenn du auf der Straße läufst und sagen wir mal irgendein Gangster-Typ oder so macht ein Mädel an und das Mädel kann sich nicht zur Wehr setzen. Oder begrapscht sie am Hintern auf öffentlicher Straße und, ja, das Mädel steht da und weiß nicht genau, was sie machen soll und du siehst das. So, wie viele Leute würden jetzt zum Beispiel, mal angenommen es passiert in einer Fußgängerzone, einfach vorbeilaufen und würden nichts machen? Es gibt immer nur wenige Leute, die dann die Courage haben, Zivilcourage haben um zu sagen – ey, was machst du hier? – Also da müssen wir jetzt, da muss eingeschritten werden. Und ich glaube, wenn du das in kleinen Situationen trainierst, deine Resilienz und auch deine Proaktivität in dem Fall, einzuschreiten und zu sagen – hey, hier bin ich nicht konform mit, hier setze ich mich für ein –, dann passiert es, dann trainierst du dich auf Situationen, in denen es einfach noch wichtiger ist, zum Beispiel eben wo es darum geht, dass jemand diskriminiert wird auf öffentlicher Straße. Das kann jetzt das Fallbeispiel mit dem Mädchen sein, die irgendwie schräg angemacht wird. Das kann aber auch, gehen wir noch einen Schritt weiter, Rechtsradikalismus sein. Wenn du merkst, dass jemand rechtsradikale Äußerungen auf öffentlicher Straße oder generell in irgendeinem Umfeld äußert, steh auf und setz dich zur Wehr! Weil wenn du das nicht machst und wenn das nicht mehr Leute machen, ja, dann können ganz andere Sachen passieren. Dann schaffst du nämlich oder bist beteiligt an einem Nährboden für Rechtsradikalismus. Und man muss einfach lernen in solchen Situationen dann einfach seinen Mann zu stehen und aufzustehen.

F: Oder seine Frau zu stehen, ja.

A: Ganz genau, absolut. Gut, dass du das sagst. Und, ja, das trainiert man eben anhand von den kleinen Situationen schon im Alltag. Und darum ist Resilienz, wie wir finden, und die daraus resultierende Proaktivität eben bei Lästern auch aktiv zu sagen – ich bin nicht dabei und ich stehe auch dazu und ich spreche das auch offen aus – oder eben, wenn jemand was sagt, womit man niht konform ist, ist das unglaublich wichtig.

F: Ja.
A: Und einfach für uns ein zentraler Bestandteil unserer Werte und Normen.

F: Ich finde, du hast da gerade echt sehr viel sehr wichtiges angesprochen. Vor allen Dingen, dass erstmal eine bestimmte, ein bestimmtes Grundset an Werten und auch Verhaltensnormen in irgendeiner Art und Weise in einem drin vorhanden sein muss, dass man irgendwo ein, ich sage mal, Optimalbild hat von dem, wie man denkt, wie die Welt für einen funktioniert und wie man eben zu handeln hat. Und aufgrund dessen das dann zu üben, also wirklich in die Handlung zu gehen und das in kleinen Situationen zu üben, weil wenn ich das jetzt höre, dann spinne ich auch weiter und sage Ersthelfersituation. Wie viele Leute fahren einfach an einem Unfall vorbei und zücken das Handy und filmen. What the fuck?! Ganz ehrlich, was ist in den Köpfen los? Und da passiert genau das, da ist, für dich ist der Wert wichtiger, wow, Fame zu kriegen auf YouTube oder irgendwie bei den Leuten in der sozialen Gruppe – boah, ich habe was Cooles – oder vielleicht in die Bildzeitung zu kommen oder so, anstatt anzuhalten und zu sagen – hey, pass mal auf, komm du mal her, du mal her, du mit der Tasche, du mit der Frisur, komm du mal mit da – und ein bisschen zu delegieren und zu sagen – wir gucken jetzt, dass wir der Person so gut wie möglich helfen können. Und genau in solchen Situationen zeigt sich dann, ob du eben bestimmte grundlegende Werte auch in die Handlung bringst oder auch nicht. Und das kannst du auch wirklich üben, und da stimme ich dir vollkommen überein, in einzelnen kleinen Situationen, wenn es nur darum geht vielleicht, selbst wenn ich die Person nicht kenne, dann ist das ja trotz alledem ungerecht, wenn man es aufgrund von irgendwelchen Äußerlichkeiten beispielsweise sagt – ja, der ist kacke und der macht ja eh scheiß Arbeit. Und dann sagst du – hey, Moment, dein Argument entbehrt sich jeglicher Grundlage, überleg doch nochmal kurz darüber nach oder sag es der Person selbst.

A: Genau, und das ist, wenn man es wieder runterbricht, dann passt es wieder unglaublich gut zu unseren Denkansätzen als Mindpreneure, man muss einfach bewusst im Leben stehen und Dinge bewusst wahrnehmen.

F: Genau.

A: Und ganz oft ist es ja auch so, und da will ich jetzt überhaupt gar nicht Leute beschuldigen. Manchmal ist man, lässt man sich ja auch, wenn es kleine Beispiele sind, in Lästereien auch einfach mal mitziehen. Man rutscht da irgendwie so rein und dann ist man schon dabei. Je bewusster man im Leben steht, desto eher realisiert man auch erstmal, dass hier gerade gelästert wird, und dass man eigentlich vielleicht bei etwas partizipiert, worauf man gar keinen Bock hat. Und je bewusster man sich darüber Gedanken macht, desto einfacher ist es auch Nein zu sagen und resilient zu sein.

F: Genau! Das ist auch die Bottom-Line von dem Buch. Jeder, der sich mit diesen Themen auseinandersetzen will, empfehle ich das Buch Mistakes Were Made (But Not by Me) sehr, sehr stark weiter. Die Autoren fallen mir jetzt gerade aus dem Kopf nicht ein. Die Bottom-Line ist eigentlich, dass solche Dinge automatisch durch unser Gehirn passieren, unbewusst. Das passiert immer, das wird auch das ganze Leben passieren. Das Wichtige ist aber, also sie sagen sogar im Vorwort selber, dass sie auch selbst im Laufe auch von den verschiedenen Editionen, die sie rausgebracht haben, dem Ganzen vielleicht zum Opfer gefallen sein könnten, aber dass man sich immer wieder bewusst darüber sein sollte, dass so etwas passiert und in welcher Art und Weise man seine Werte und Normen festigt um dem Ganzen auch wieder entgegenzustellen.

A: Super. Gut zusammengefasst. Und das Buch, wie gesagt, hauen wir in die Shownotes. Wenn du ja jetzt speziell als Hörer auch mal eine Erfahrung gemacht hast, in der du eingeschritten bist oder in der du vielleicht jetzt realisierst – mh, da bin ich nicht eingeschritten und cool, dass ihr mich darauf aufmerksam gemacht habt –, dann schreib uns das doch einfach in einer E-Mail oder einfach in die Kommentare, oder wenn dir die Folge gut gefallen hat, dann bewerte unseren Podcast auf iTunes und reg die Diskussion an! Das ist nämlich unser Ziel, wir wollen einfach, ja, für ein bewussteres Leben stehen und Leute inspirieren um auch bewusst in die Handlung zu kommen und bewusst auch über das Leben erstmal nachzudenken. Und in dem Sinne würde ich sagen lassen wir es stehen.

F: Ja. Genau.

A: Und ihr werdet in den nächsten Folgen, die thematisch mit dem Thema Werte & Normen zu tun haben, noch andere Begriffe zu hören bekommen, die aber auch alle miteinander connected sind. Wir freuen uns da auf die nächsten Folgen. Und in dem Sinne würde ich sagen...

F: Stay in Balance!
A: Ja, möge die Balance mit euch sein! Eure Mindpreneure! F: Eure Mindpreneure, ciao!

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